35.Tag - um 10:00h war die Luft raus

 Letztes Update 06.07.24, 23:20h

Cañaveral ✔️

Tageskilometer 74km
Fahrzeit 3:15h
Schnitt 22:56km/h
Tageshöhenmeter 417
Akku 64%   ...jetzt 2609km von meinem Schatz entfernt,

Ja, es stellt sich bei mir mehr und mehr die Vermutung ein, dass irgendwas mit dem Rad nicht stimmt. Das war auf einmal so schwabbelig. Ich hatte das Gefühl, es sei irgendwie…durchgebrochen? 
Bis ich irgendwann die Idee hatte, meinen Hintern mal so durchwippen ließ und fühlte, wie es unten an der Felge durchschlug. Ah, jetzt ja, wir haben einen Platten! Ich konnte das Rad noch für 1 km bis zum Ortsrand von Plasencia durchrollen lassen und schaute mir das Malheur dann an. Google Maps war dann wieder mal der Retter und führte mich zu den Jungs von Kilometro.0 – nur 500 Meter entfernt!
Die hatten gleich größtes Verständnis, stellten aber sogleich auch fest, dass mittlerweile vier Speichen am Hinterrad gebrochen waren. Eine davon wird wohl der Übeltäter für den Platten gewesen sein.
Nun sitze ich hier, hab schon ein großes Eis eingepfiffen und harre der Dinge, die da kommen.

Alles in allem aber muss ich sagen, dass ich selten einen so schönen Morgen hatte, wie diesen hier. Ich habe gut geschlafen trotz Geräuschkulisse während der Nacht im Schlafsaal. Mein Frühstück war so so, das Wetter ist schön, ich  fühle mich gut, und bei der Abfahrt ging es relativ schnell auf die absolute Lieblingsstrecke: Alte Bahntrasse! 
In Städten manchmal, da gibt es so Feinputzpisten. Das wäre was, was so eine stillgelegte Bahnstrecke noch toppen könnte. Aber dafür muss man dann halt in der Stadt fahren. Stillgelegte Bahnstrecken haben für den Fernradfahrer alles was gut ist: Moderate Abweichungen aus der Horizontalen, kaum spürbare Kurven und in der Regel einen guten Fahrbahnbelag. 

Ein paar Bilder, von diesem schönen Morgen (trotz Panne):
Im Kühlschrank fand ich meine - Aufpreis €2,- - angekündigte Frühstücksbox.

Einiges davon hab ich wieder zurück gestellt…

In dem verwinkelten Örtchen hatte ich tatsächlich leichte Mühe, die Tür wiederzufinden, hinter der wir gestern mein Bike abgestellt hatten. Das  Bild hier auch wegen der Vorliebe, mit der in den Orten in dieser Gegend der rechte Winkel verschmäht wird.

Das sind doch zwei schöne Böcke, vor der Tür des Albergo 😉

Dann fahr ich los, ein bisschen hierum und ein bisschen darum und nach nicht mal 2 km komme ich auf diese Strecke, über die ich mich ja oben schon gefreut habe.

Plasencia 30km, denke ich im Vorbeifahren, das ist doch ein schönes Maß - bis dahin laß ich meinen Schatz noch schlafen, und dann ruf ich sie an. 🤗
Wenn sie mir nicht zuvorkommt,  🤭  es ist ja auch schon halb Acht durch.

Strecke schön, Landschaft schön, kein Betrieb, die Fahrbahn hat die richtige Neigung 😁 - so gaaanz leicht nach unten, so dass ich rasch ohne Unterstützung fahre, und sie bald sogar ganz abschalte. Es geht fast stetig mit über 30km/h Voran und nach einer Weile, nachdem sich ein gewisses Vertrauen entwickelt hat, geh ich sogar runter auf den Triathlon-Lenker.

Kleiner Zwischenstop, mit Info.

Nochmal zur Bahntrasse: die ist bei Mulden und Senken angefüllt, um eine schön horizontale Linie zu realisieren, große Streckenteile verlaufen auf einem Damm…

…Kuppen und Hügel werden ausgeschnitten (dafür gibt‘s doch bestimmt einen Begriff, der will mir aber jetzt partout nicht zufallen).
Das wird also alles so schön grade wie möglich gemacht, und zwar, weil sich die Schienen so schlecht biegen lassen.
….Scherz! 🤣

Und das. Hab ich’s auch schon beschrieben weiter oben. Sieht man hier garnicht so - ganz schön steif, die Reifen…

Im Fahrrad-Laden/-Werkstatt, die Jungs machen sich gleich über mein Fahrrad her. Nachdem sie mir mit „Big Problem“-Getue einen schönen Schreck eingejagt hatten.


Ich geh mir Eis besorgen, das brauch ich jetzt, im Supermercado gegenüber - ein fein aufgeräumter Supermarkt, in dem es wohl alles gibt. Aber wo?
Auf der Suche nach meinem Eis komme ich bei dem Schinkenstreifenschneider César vorbei. Wir scherzen zwei, drei Sätze miteinander, dann such ich weiter.

Mit der kleinsten Familienpackung, die ich finden kann, laufe ich zurück in den Fahrradladen um dort die Arbeiten zu unterbrechen und das obligatorische Sonja-Eis-Bild anfertigen zu lassen.

Die Jungs haben zu tun - hatte ich erwähnt, daß vier Speichen ersetzt werden müssen - und ich schau mich ein bisschen im Laden um.


Und bei der Gelegenheit… Antonio zeigt mit besorgtem Blick auf die ‚freigelegte‘ hintere Bremsanlage, nicht ohne umfangreiche Erklärungen zu versuchen. Ich nicke ihm nur zu und er macht sich daran die Bremsbeläge zu wechseln.
Dann ist alles fertig und er präsentiert mir die Rechnung: €61,- da würde sich für diese Arbeiten in Deutschland keiner finden!
Ein Abschlußfoto noch, dann bin ich wieder 'on the road‘

Ja, es ist vorbei, mit der schönen Bahntrasse. Nationalstraße, kein Baum, kein Strauch und von einer  Horizontschanze zur nächsten.

Man hängt so seinen Gedanken nach…
Schon wieder!
Einer ist, aus gutem Grund: wie entsteht eigentlich ein Schlagloch? Also, auf Wegen, nicht auf Straßen?
Diese Brückenkonstruktion war Teil meiner Überlegungen dabei, weil sie einmal auf einem Weg auftauchte, während ich darüber nachdachte.
So, nun, wie nennt man sowas? Pergola?

Ich nähere mich meinem Zielort, da seh ich die Rampen da oben. Die würden ja wohl auch Willy interessieren..

Die Auberge, bzw Albergo für heute. Macht erstmal 'nen guten Eindruck. Nach telefonischer Abstimmung darf ich schon mal mein Bett aussuchen.

Was so rumsteht… 

Außenanlagen, sehr hübsch, aber mit zuviel Fliegen!

Und die Schlafkammer. Rainer, aus Lingen, ist inzwischen angekommen. Und hält‘s ähnlich wie ich.

Wir gehen gemeinsam in die Bar, ein paar Meter die Straße rauf, auf 'nen schönen Fisch und leckeren Wein,

und zum Abschluß gibt’s noch den hier sehr beliebten Flan



Kommentare

  1. Anke Deucker8/7/24 08:23

    Lieber Pit, das ist einfach nur der Wahnsinn! Vielen Dank dass Du uns an Deiner Tour teilhaben lässt. Weiterhin gute Fahrt, nette Begegnungen, leckeres Essen und bequeme Betten.
    Toi toi toi

    Die Deuckers

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